14.11.2018

Vollalarm - Retten aus Höhen, Windbruch und Trinkwasserproben

Bereits am vergangenen Donnerstag ertönten die digitale Meldeempfänger der Helferinnen und Helfern aus dem THW Ortsverband Lemgo zum ersten Mal. „ Bereitschaftsstufe 1“ stand auf dem Display. Die Helferinnen und Helfer wissen, dass dies heißt, dass bald eine Einsatzmeldung folgen wird. Zwei Tage waren vergangenen bevor am Samstagmorgen alle Melder ausgelöst wurden und gegen kurz nach halb acht die Ersten im Ortsverband eintrafen. Kraftfahrer kontrollierten noch einmal die Ausstattung und die Fachgruppe Trinkwasserversorgung verluden letzte Materialien der Trinkwasseraufbereitungsanlage.

Zügig verließ der Wagen des Zugtrupps den Ortsverband. Mit Blaulicht und Martinshorn ging es einmal durch Lemgo Richtung Lemgoer Stadtwald. Nach einer Erkundung wurden zwei verletze Personen auf den oberen Plattformen des Aussichtsturm gefunden und beide Bergungsgruppen zur Einsatzstelle angefordert.

Nach Eintreffen der Einheiten wurde der Gruppenführer durch den Zugführer über das Ergebnis der Erkundung informiert, während sich gleichzeitig die ersten Helferinnen und Helfer ihre persönliche Schutzausstattung gegen Absturz anlegten. Der Gruppenführer gab dann die Info an die Einheiten weiter und schnell waren die ersten Kräfte auf dem Aussichtsturm um zunächst die Erstversorgung durchzuführen. „ Waldbesucher haben zunächst Hilfe Rufe vom Turm gehört und darauf den Notruf abgesetzt“, so der Zugführer.

Gleichzeitig informierte der Zugtrupp den Gruppenführer der Fachgruppe Trinkwasserversorgung über den nächsten Einsatzauftrag. „Durch den geringen Niederschlag sinkt der Grundwasserspiegel immer weiter, bitte Erkundungsaufträge durchführen, Orte sind im Fax aufgeführt, um geeignete Plätze für den Aufbau der Trinkwasseraufbereitugsanlage zu finden, schnelle Rückmeldung erwünscht“.

Am Aussichtrum wurde ein kurzes Aufatmen vernommen als die Helferinnen und Helfer der Bergungsgruppen, auf dem Aussichtrum, auf Übungspuppen trafen. Dennoch ging es zügig weiter und die Rettung des ersten „Verletzten“ wurde vorbereitet. Dieser wurde mit Hilfe eines Auf- und Abseilgerätes in einem Schleifkorb senkrecht am Turm herunter gelassen. Der zweite Verletzte wurde mit Hilfe einer Seilbahn noch schonender vom Trum sicher Richtung Boden hinab gelassen.

Die Fachgruppe hatte inzwischen verschiedene Orte Erkundet und hatte mit der Beprobung verschiedener Gewässer begonnen um diese im Labor zu untersuchen.

Die Bergungsgruppen bekamen nach dem Rückbau einen weiteren Einsatzauftrag. „Nach Forstarbeiten werden zwei Forstarbeiter vermisst, bitte fahren Sie folgende Koordinate an, Frage: „Schreibbereit“. Kurze Zeit später trafen die Einheiten, tief im Lemgoer Stadtwald, an der Einsatzstelle ein und die ersten Helferinnen und Helfer begannen mit einer Flächensuche. „ Hallo, können Sie mich hören, ist hier jemand?“.

Der erste Forstarbeiter konnte unter einem Baum gefunden werden, war ansprechbar jedoch eingeklemmt. „Die Bäume, die wir hier liegen sehen, nennt man –Windbruch-, hier bedarf es besonderer Vorsichtig bei den Sägearbeiten mit einer Motorsäge“ so ein Motorsägenführer der Bergungsgruppe. Mit Hilfe eines Greifzuges wurde der große Baumstamm zunächst gesichert und der liegend Stamm dann mit Bauhölzern unterbaut um eine weiteres absacken durch die Sägearbeiten zu verhindern. Durch einen gezielten Schnitt wurde dann der Stamm von seinem Wurzelteller getrennt und der Verletzte konnte befreit werden. Gleichzeitig wurde ein verletztes Kind im Wald gefunden und ebenfalls mit Hilfe einer Motorsäge aus der misslichen Lage befreit. Dennoch fehlte immer noch ein Forstarbeiter. Die Flächensuche wurde erneut gestartet und alles genau beobachtet und durchsucht. Hinter einem Wurzelteller, unter einem Stamm, wurde der zweite Forstarbeiter gefunden. Nach einer Sicherung des Stammes wurde mit Hilfe von Hebekissen der Baumstamm zunächst vorsichtig angehoben um den Verletzen von dem Druck des Baumes zu befreien. Ein komplettes anheben war hier jedoch nicht möglich und somit musste auch hier der Wurzelteller mit der Motorsäge abgetrennt werden um den Verletzten möglichst schonend zu befreien.

Gegen 16:00 Uhr wurde dann im Ortsverband die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt und die Übung war beendet.

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Text & Foto: Jennifer Reineke


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